Hanau: Ein Jahr nach dem rechten Terroranschlag

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Vor einem Jahr, am 19. Februar 2020 wurden in Hanau neun Menschen bei einem rassistischen Terroranschlag ermordet: Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Said...

Posted 8 months ago in Social Issues

Diana Markus 8 months ago

So schlimm es war, aber bei deutschen Opfern wurde/wird nicht im Ansatz ein solches Brimborium gemacht...Ich erinnere an die zahlreichen Opfer von Migranten....Rassismus gibt es auf beiden Seiten...Zudem die illegale Migrantenflut von Wirtschaftsmigranten 2015 die Toleranz vieler Deutscher mehr als überstrapaziert hat. Nicht jeder Deutsche ist ein naiver links/grüner Buntfanatiker. Und nicht jeder Migrant ein netter Mensch...Auf beiden Seiten gibt es solche und solche...Viele Migranten kochen hier ihr eigenes Süppchen, sind nach Generationen noch immer nicht integrationswillig, aber beuten ungeniert unser Sozialsystem aus. Begeht ein Migrant einen Mord an einem deutschen Opfer, war er stets ein psychisch Kranker....War ein Deutscher jedoch der Täter, war es immer ein Rassist...Wie mir diese scheinheilige Betroffenheit auf den Nerv geht...TOLERANZ IST KEINE EINBAHNSTRASSE!

Claudya Remmers 8 months ago

Es wurden mal wieder auf deutschem Boden aufgrund einer widerlichen Ideologie Menschen gewaltsam aus dem Leben gerissen.
Das ist eine absolute Schande und alleine die Kommentarspalten in sozialen Netzwerken zeigen auf, wie tiefgreifend dieser Hass in viel zu vielen Köpfen verankert ist.
Vielleicht möge sich der ein oder andere Kommentator einfach nur mal vorstellen, dass eigene Kind/ Partner/ Elternteil wird ermordet, weil es zufälligerweise blond und blauäugig ist bzw.die " falsche " Nationalität besitzt.😥😥

Sascha Sebastian 8 months ago

Ein Typ, der an einer schweren psychischen Störung litt und für diese in Behandlung war konnte nicht eingewiesen werden. Trotz Diagnose. Das ist der Skandal. Dass er in seinem Wahn nun gerade in die rechte Ecke im Netz geriet war mehr oder minder Zufall.

Aber wir reden über Rechtsradikalismus und „Hass im Netz“, als ob das irgendwas mit der Tat zu tun hätte, statt darüber, dass es im Bereich geistige Gesundheit (möglicherweise auch bis zur unfreiwilligen Unterbringung) einfach Nachholbedarf gibt.

Leider ein Fall, der letztlich nur Opfer kennt und keinen Täter.

Matthias Feustel 8 months ago

Ich hab eine neue Informationsquelle gefunden. Boris Reitschuster scheint eine echte und ehrliche Alternatve zu sein.

Margot Prosser 8 months ago

Was die Polizei da veranstaltet hat, war unter jeder Kritik. Die Opfer und die Angehörigen mussten dadurch doppeltes Leid erfahren.

M Teyfik Oezcan 8 months ago

Ein nachdenklicher Rückblick, Hanau 19.02.2020

Warum mussten wir sterben?

Diese Frage stellen wir uns immer wieder. Was haben wir getan, dass wir aus dem Leben gerissen wurden? Warum wollte man uns in Hanau nicht haben? Wir können es nicht verstehen!

Wir hatten doch das ganze Leben noch vor uns. Wir hatten Träume, Wünsche, Ziele. Was haben wir getan, dass man unser Leben, unsere Zukunft zerstört. Wir dachten, wir sind ein gleichberechtigter Teil dieser Gesellschaft.

Man hat uns von unserer Familie, von unseren Liebsten getrennt. Unsere Eltern trauen um uns, unsere Kinder trauern um ums. Noch heute leiden, weinen unsere Mütter in verschiedenen Sprachen. Türkisch, kurdisch, bosnisch, rumänisch, bulgarisch, paschtunisch.

Es wird nichts mehr so sein, wie vor dem feigen Terroranschlag.

Der Terroranschlag hat nicht nur unser Leben genommen. Er hat auch unsere Familie nachhaltig zerstört. Dieser Anschlag wird unsere Familie, wird unsere Freunde lebenslang begleiten. Man hat nicht nur unser Leben genommen, man hat auch einen Teil des Lebens von unseren Familien, von unseren Freunden genommen.

Immer wieder stellen wir uns die Frage, Warum?
Was haben wir getan?

Wir waren doch Kinder dieser Gesellschaft. Wir waren doch Bürger dieser schönen Stadt – Hanau. Wir haben doch in Harmonie mit unseren Nachbarn gelebt. Hanau war unsere Heimat, Hanau war unsere Vergangenheit, Hanau sollte unsere Zukunft werden. Hier wollten wir unsere Kinder großziehen, hier wollten wir alt werden….

Warum durften wir das nicht? Was haben wir falsch gemacht? Warum wurden wir, unsere Familien bestraft? Lag es daran, dass wir zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren? Wären wir nicht dagewesen, wären Andere, Freunde, Familienangehörige Opfer dieses heimtückischen Anschlags geworden? Was hätte sich geändert? Die weinenden Mütter wären wieder in denselben Sprachen zu hören gewesen.

Mussten wir sterben, weil wir dunkle Haare, einen dunklen Teint hatten? Weil Rassismus und insbesondere der antimuslimische Rassismus in den letzten Jahren gesellschaftsfähig geworden ist?

Wir suchen Antworten auf dringende Fragen. Wir wollen wissen, warum man diesen Terroranschlag nicht verhindert hat? Wir wollen wissen, ob die Medien bei ihrer Berichterstattung über Bürger mit Kulturvielfalt (Migranten) sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind? Wir wollen wissen, ob sich Politiker mit rechtsextremer Gesinnung, die Einzug genommen haben in die Parlamente, der Tragweite ihrer rassistischen Äußerungen bewusst sind? Warum lässt man so einen menschenverachtenden Anschlag auf Körper und Seele zu?

Jeder sollte für sich die Frage stellen, welchen Anteil er an diesem Terroranschlag trägt!

Mussten wir sterben, weil psychisch kranke Menschen legal einen Waffenschein besitzen, sich über die soziale Medien radikalisieren und ihrem Hass freien Lauf lassen? Warum gibt es heute noch viele gewaltbereite Rechtsextreme, die legal einen Waffenschein besitzen? Wie viele Menschen müssen noch ihr Leben lassen, bis die Politik endlich, entschlossen reagiert? Warum müssen Menschen in Angst leben? Warum wird die Freiheit der Menschen, die als Zielscheibe ausgegeben wurden, eingeschränkt?

Muss es nicht Ziel von der Politik sein, den Bürgern ein angstfreies Leben zu ermöglichen?

Es ist doch ein erklärtes Ziel dieser gewaltbereiten Terroristen, Angst zu verbreiten, die Menschen einzuschüchtern, die Gesellschaft zu polarisieren und die Menschen mit Kulturvielfalt als Gefahr für das Abendland darzustellen. Also Gift in die Gesellschaft zu injizieren, das Gift, was als Rassismus bekannt ist, jenes Gift, was für unseren Tod verantwortlich ist.

Wer trägt für unser Sterben Verantwortung?

Würden wir heute noch Leben, wenn die verantwortlichen Behörden rechtzeitig die Gefährder erkannt und entsprechend reagiert hätten? Vielleicht wären wir heute noch mit unseren Liebsten zusammen, wenn die Polizeibeamten professioneller gearbeitet hätten, wenn die Türen der Notausgänge nicht verschlossen gewesen wären und wir hätten fliehen können? Alles offene Fragen, auf deren Beantwortung wir nach einem Jahr des Anschlages immer noch warten.

Warum können oder wollen die Ermittlungsbehörden nicht die Antworten liefern?

Hat unser Tod keine Bewusstseinsveränderung bei den Ermittlungsbehörden ausgelöst? Wird der Anschlag, wie NSU und NSU 2.0, wieder oberflächlich bearbeitet und archiviert? Wir wollen endlich Antworten, Antworten um unseren Familien, Freunden zu helfen. Antworten, um unsere verletzten Seelen etwas zu heilen.

Wir mussten unsere Familien, unsere Heimat verlassen. Keiner hat uns gefragt, ob wir es wollten. Wir waren Zielscheibe von rechtsextremem Gedankengut, stellvertretend für Millionen von Menschen mit Kulturvielfalt in Deutschland. Dieser feige Terroranschlag muss immer in Erinnerung bleiben. Unsere Heimat Hanau wird zukünftig in einem Atemzug genannt werden mit Mölln, Solingen, NSU… Wir wollten das nicht. Aber alle, die es nicht verhindert haben, die dazu beigetragen haben, sollten zur Verantwortung gezogen werden. Das ist das Mindeste, was die Gesellschaft von den Verantwortlichen erwartet.

Unser Tod sollte zukünftig als mahnendes Beispiel für Rassismus dienen. Medien, Politiker, Behörden und die Gesellschaft dürfen uns nicht vergessen, dürfen unsere Familien, Freunde nicht allein lassen, sollten sich offen gegen Rassismus stellen, damit sich Hanau nicht wiederholt.

Jeder sollte dazu beitragen, den gesellschaftlichen Frieden zu sichern und zu fördern. Frieden, Menschlichkeit, Solidarität, Nachbarschaftshilfe sollten im Vordergrund stehen und nicht Hass, Rassismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit.

Vergisst uns bitte nicht…!

Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov.

M. Teyfik Oezcan

Tom Meister 8 months ago

Journalismus heute, auch hier: arrogant, moralisch und schamlos. Daher besser: reitschuster.de - Journalismus ohne "Haltung", Belehrung und Ideologie. Sehr zu empfehlen!

Jan Schach 8 months ago

Weniger Rassist, als mehr ein psychisch komplett Durchgeknallter mit Verfolgungswahn, der sogar eine regierungsnahe Detektei in Frankfurt beauftragte den BND zu warnen. Er sah überall Aliens und im Untergrund militärische Basen. Die Anzahl der Anzeigen bei der örtlichen Polizei übersteigt das Vorstellungsvermögen. Er hätte nie verurteilt werden können, das sagt Prof. Dr. Meins (Uni Hbg.), Neuropsychologe, Arzt für Psychiatrie und Neurologie, ein amtlich vereidigter Gutachter. Dass dieser Mann dennoch über eine Waffe verfügte, das ist unfassbar und zeugt von Behördenversagen par excellence.

Ilona Freitagsmüller 8 months ago

Das war ein schlimmes Ereignis. Verabscheuungswürdig. Was mich stört ist: Wo sind die Gedenktage für die Opfer der Terroranschläge durch Ausländer? Wo sind die Erinnerungen an diese Opfer? Davon hatten wir auch so einige. Hier wird immer nur DEUTSCHER TÄTER GEGEN AUSLÄNDER dargestellt und erinnert. Sehr einseitig ihre Berichterstattung.

Dorf-Ronny-Fangemeinschaft 8 months ago

Es wurden 10 Menschen vom psychisch gestörten Täter ermordet, oder gibt es Opfer zweiter Klasse?